Verfasst von cari am 17 November, 2010 - 11:51.
cari
Trackback URL for this post:
http://www.synaesthesie-portal.de/trackback/27
»
- Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben
Antwort
Es ist sehr wahrscheinlich, dass ich zu spät antworte, aber besser jetzt als nie.
Heiße David, bin 15 Jahre alt und hab erst seit kurzer Zeit erfahren, dass das verbinden von Klängen, Zahlen, etc, mit Farben etwas ungewöhnliches ist. Mein ganzes Leben eigentlich ordne ich nicht-visuelle Dinge Farben zu.
Um auf deine Fragen einzugehen:
"Interessieren würde mich zuerst einmal die Art und Stärke der Synästhesie, wie, bzw. wo genau sie wahrgenommen wird"
Die Stärke kann ich schwer beschreiben, da ich keine Vergleichsmöglichkeiten habe. Allerdings kann ich sagen, dass ich zb. beim hören eines Tons sich meine "Kopffarbe" verändert. Ich nenns jetzt mal so.
Wenn man die Augen schließt, dann ist es für mich so, als wäre die schwarze Fläche für mich ein Bildschirm, der sich beliebig verändern kann.
Auf diesem "Bildschirm" erkenne ich dann Farben und/oder Farben vermischt mit Formen.
Generell nehme ich diese an der Nasenwurzel war, je weiter es an den Rand dieses "Bildschirms geht, desto dunkler und verschwommener wirds.
"diese Wahrnehmungen schon immer vorhanden waren "
Soweit ich weiß waren sie schon immer vorhanden. Es war halt immer normal für mich.
"wie man darauf aufmerksam geworden ist"
Im Musikunterricht hat mein Lehrer Jimmy Hendrix erwähnt, der die besondere Fähigkeit hat Klängen Farben zuzuordnen. Da ist es mir dann geschossen^^
"Hobbies, Vorlieben, Berufe, Charaktereigenschaften, Kreativität, Links-oder Rechtshändigkeit"
Ich war schon immer Kreativ, ich liebe zeichnen, malen und musizieren.
Bin auch relativ gut darin würd ich sagen^^
Bin Linkshänder
"wie Nicht-Synästhetiker auf Synästhesie reagieren"
Wie gesagt weiß ich es erst seit kurzem, aber ein Freund von mir hat mitbekommen, wie ich immer über rote und grüne Töne etc. rede, da hat er mich gefragt wie ich das mach. Er war dann ziemlich interessiert.
"Interessant wäre es auch wenn man beschreiben könnte welche Instrumente, Musikstile, Stimmen und Geräusche man mit welchen Farben und Formen verbindet und wie Synästhesie im Alltag eingesetzt wird. "
Das finde ich jetzt interessant. :)
Gitarren umspannen eigentlich die ganze farbpalette, bis auf metallische Farben wie Silber, Gold oder Kupfer. Aukustik Gitarren verbinde ich immer mit der Form einer gschwungenen Linie und E-Gitarren mit einer Reihe von kleinen Dreiecken.
Die Bassgitarre hat einen sehr schwarzen und Dunkelblauen Grundton, auf den sich dann andere Farbtöne legen. Meistens aber sehr dunkel, bis auf, (in tabs geschrieben) A5-7 und D3-6, die hören sich dann Ackerbraun und körnig an. Der Ton sieht je nachdem wie die Saite angespielt wird wie eine Sanfte Wölbung nach außen oder wie ein Feld voller abgestumpfter spitzen aus.
Die Töne, die ein schlagzeug erzeugt sind schwer in einzelnen Farben zu erfassen, allerdings könnte ich meine Interpretation der Snare-Drum beschreiben.
Es ist ein gezackter Kreis, in der Mitte sehr hell, beinahe pur-weis, nach außen geht er immer weiter ins hellblaue , und an den Rändern ist es ein Intensives Blau.
Im Alltag behindert es einen nicht, da es einfach dazugehört. Diese inneren Farben sind nicht aufdringlich, sondern halten sich im Hintergrund. So wie das leise brummen einer Heizung das man über die Zeit gar nicht mehr war nimmt.
Trivia: Der Montag ist gelb, im genau gleichen Farbton wie die Sieben. Ich weiß auch nicht warum.
Grüne und Rote Farbklänge höre ich nur sehr selten.
Kurt Cobains Stimme ist die einzige, die ich bis jetzt gehört habe, die ein golden-schwarz gesprenkeltes Muster hat.
Das Wort "Punk" ist Smaragdgrün, "Metal" Metallisch schwarz, "pop" hellblau und Schlager braun wie Baumrinde.
Obwohl ich solche Musik sonst nicht höre, hat "seven nation army" die schönste Klangfarbe. Es ist ein schwarzer Hintergrund, der von Violetten Schleiern durchzogen ist.
http://www.youtube.com/watch?v=KB9K0zGfCr8
Ich hoffe ich konnte helfen,
lg, David :)