Wenn Farben schmecken und Musik und Gerüche spürbar sind...

Über 160 Tausend Synesthetiker gibt es in Deutschland. Was von Ärzten und Psychologen wie eine Krankheit untersucht und erforscht wird ist in Wirklichkeit eine besondere Gabe von Menschen bestimmte Dinge mit anderen Sinnesorganen wahrzunehmen als die meisten von uns.

Medizinisch gesehen wäre eine kurzbeschreibung der Synesthesie eine Folge eng zusammenliegender Hirnzentren der einzelnen Sinnesorgane (z.B. sehen und hören).

Das Resultat ist, dass Systästhetiker z.B. Dinge, die wir nur hören auch schmecken können. Andersherum drückt ein Synästhetiker seine Gefühle aber auch entsprechend aus.

Beispiele:
- 5 + 5 = 10 aber auch braun
- starker Schweißgeruch in einer überfüllten Straßenbahn nicht schlecht riechend, sondern auch noch stechend auf der Haut zu spüren
- herzliche Grüße werden von Synästetikern z.B. mit zitronengelben Grüßen umschrieben

Für einen "normal"-fühlenden Menschen sind diese Aspekte schwer nachvollziehbar, ungewöhnlich und manchmal sogar unheimlich. Letzteres ein Grund diese besondere Eigenschaft als Krankheit abzustempeln.

Und tatsächlich ist es so, dass in der von den "normalen" Menschen geschaffenen Umwelt es Synästhetiker oft schwer haben - viele verschiedene Reize (Musik, blinkende Lichter, durcheinander redene Menschen) überfluten die Sinne eines Synästhetikers und erschweren ihm so sich nur auf bestimmte Dinge zu konzentrieren. Ein Gespräch mit einem anderen wird schier unmöglich, wenn bewegende Musik und düfte aus der Küche zusätzlich die Sinne reizen.